Golfschläger bei uns und eine kleine Schlägerkunde

Schlägerkunde

Hier wenden wir uns in erster Linie an die mit der Golfschlägerauswahl weniger gut vertrauten Interessenten; für den erfahrenen Golfer wird deshalb nicht alles neu sein. Die nachfolgenden Tips werden vermutlich auch nicht all Ihre Fragen beantworten. Insbesondere bei der Auswahl der Golfschläger hilft am Ende nur das Probieren.

1. Golfschläger - Die wichtigsten Begriffe: Schaft und Loft


2. Golfschläger -Driver


3. Golfschläger - Fairwayhölzer


4. Golfschläger - Hybrids/Utilities/Rescues


5. Golfschläger - Eisen


6. Golfschläger - Wedges


7. Golfschläger - Putter


8. Schlußbemerkung


  


1. Golfschläger - Die wichtigsten Begriffe: Schaft und Loft


  


Callaway, Mizuno, Titleist, Cobra, Nike, TaylorMade, Cleveland, Ping, TopFlite, Odyssey, Scotty Cameron, Yes, Rossa, Never Compromise oder Bettinardi?


 Die Frage „Welcher ist der beste Golfschläger?“ können wir nicht beantworten, die Frage „Welcher ist der beste Golfschläger für mich?“ schon. Dafür müssen wir Ihnen allerdings Gegenfragen stellen, vor allem - für alle Golfschlägerarten (außer für den Putter) gleichermaßen – eine: die nach Ihrer Schwunggeschwindigkeit. Daran orientiert sich die für alle Golfschläger eminent wichtige Frage nach dem Schaft, genauer: nach seiner Steifheit, dem sogenannten Flex des Schaftes. Ein langsamer Schwung erfordert einen weichen Schaft, der durch seine Flexibilität während des Schwunges einen „Peitscheffekt“ erzeugt, durch den sich die Schlägerkopfgeschwindigkeit im Treffmoment erhöht und so für einen höheren und längeren Ballflug sorgt. Je schneller Ihr Schwung ist, desto steifer sollte der Schaft sein, da bei schnellem Schwung ein zu weicher Schaft die Kontrolle über den Ball erschwert. Man unterscheidet folgende Flexe:

  • „Ladies“ (L): Sehr weicher Schaft und kürzer als die folgenden Schäfte
  •  „Senior“, auch „Light“ oder „Lite“ (M oder A): Weicher Schaft
  •  „Regular“ (R): mittelsteifer Schaft
  •  „Stiff“ (S): steifer Schaft
  •  „Extra Stiff“ (X): sehr steifer Schaft


 Diese von der Industrie verwendeten Bezeichnungen sind unter Umständen verwirrend und können zu Fehlentscheidungen führen, denn entscheidend für die Flex-Wahl sind weder Alter noch Geschlecht, sondern eben die Schwunggeschwindigkeit! Eine hochgewachsene und schnell schwingende Dame ist natürlich kein alter Kerl, wenn sie einen „Senior“- statt eines „Ladies“-Schaftes verwendet und ein kleiner älterer Herr, der nicht mehr so schnell schwingt, sollte andersherum keine Hemmungen haben, einen „Ladies“-Schaft zu schlagen! Damenschäfte sind häufig auch für Jungen geeignet, die den Kinderschlägern entwachsen sind.


Wie können Sie Ihre Schwunggeschwindigkeit und damit den erforderlichen Flex ermitteln? Am besten konsultieren Sie Ihren Pro oder einen Berater in einem unserer Geschäfte. Er hat das erforderliche Meßgerät, kennt Sie und Ihren Schwung und wird mit Ihnen die richtige Wahl treffen.


 Sie können den für Sie passenden Flex aber auch selbst ermitteln, indem Sie Ihre Schlagweite mit einem bestimmten Golfschläger, z. B. dem Eisen 7, zu Grunde legen. Es zählt der sogenannte „Carry“, das ist die Entfernung vom Abschlag bis zum Auftreffen des Balls. (Die Entfernung bis zu der Stelle, an der der Golfball nach dem Ausrollen liegen bleibt, heißt „Roll“ und ist hier unerheblich.) Entscheidend für ein brauchbares Meßergebnis ist, daß Sie den Golfball bei vollem Schwung gut treffen. Beträgt der Carry des Balls, mit dem Eisen 7 geschlagen, weniger als 90 Meter, ist der Ladies Flex angemessen, liegt er zwischen 90 und 110 Metern, empfiehlt sich ein Senior Flex. Längen zwischen 110 und 140 Metern verlangen einen Regular Flex, und ab 140 Meter Carry mit dem Eisen 7 kann man den Stiff Flex wagen. Extra stiff empfiehlt sich nur für extrem schnell schwingende Golfer und spielt deshalb im Amateurgolf keine Rolle.
Nächste Frage: Golfschläger mit Graphit- oder Stahlschaft? Graphit ist zwar teurer und empfindlicher als Stahl, aber auch leichter; ein Graphitschaft verlagert also relativ mehr Gewicht in den Schlägerkopf und macht den Golfschläger insgesamt leichter und ist deshalb besser zu beschleunigen: mit Graphitschaft schlägt man etwas weiter als mit Stahlschaft. Deshalb sind die meisten männlichen Golfer (und fast alle Damen) mit einem Graphitschaft besser bedient. Nur schnell schwingende kräftige Herren schätzen den Stahlschaft aufgrund seiner höheren Verwindungsfestigkeit und daraus folgender besserer Kontrolle. Männliche Pros spielen fast ausschließlich, Proetten teilweise Stahl, aber zunehmend Graphit. Stahlschäfte gibt es heute nur noch ab Regular Flex.


 Für die Auswahl des Schaftmaterials der Golfschläger spielt auch der Loft, d. h. der Neigungswinkel der Schlagfläche in Grad, eine Rolle. Bei den Wedges wählen oft auch solche Spieler Stahl, die für die Eisen und Hölzer Graphit bevorzugen, da im kurzen Spiel Länge meist nicht entscheidend ist. Andrerseits spielen auch Golfer mit Stahlschaft-Eisen häufig Graphit-Hölzer, um bei den niedrigen Lofts eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erreichen. Driver mit Stahlschäften sieht man deshalb nur noch vereinzelt auf der Tour, bei Amateuren fast gar nicht mehr.


 Während Sie also die Auswahl des Schaftmaterials ganz gut selbst erledigen können, ist meist dann der Weg zum Fachmann ratsam, wenn aufgrund Ihrer Körpergröße oder Armlänge der Lie-Winkel (der Winkel zwischen Schlägersohle und Schaft) und/oder die Schaftlänge angepaßt werden müssen. Ob das erforderlich ist, können Sie wie folgt ermitteln: Stellen Sie sich mit Schuhen, deren Absatzhöhe etwa derjenigen Ihrer Golfschuhe entspricht, aufrecht hin, lassen Sie die Arme locker herunterhängen und jemanden die Entfernung von Ihrer Handwurzel bis zum Boden messen. Liegt diese zwischen 85 und 89 cm, werden Sie mit den Standardmaßen gut zurecht kommen. Bei Längen außerhalb dieser Bandbreite sollten Sie Ihren Pro oder einen unserer Schlägerexperten befragen.


 Das zweite und noch wichtigere Bestimmungsmerkmal für einen Golfschläger ist der Neigungswinkel der Schlagfläche in Grad, sein Loft. Je steiler (d. h. niedriger) der Loft, desto geringer ist der Abflugwinkel und desto flacher und weiter ist tendenziell die Flugbahn des Balles. Dementsprechend hat jede Schlägerkategorie ihre eigene Bandbreite bzgl. des Loftwinkels:

  • Driver: 6,5 – 15°
  • Fairwayhölzer: 13 – 25°
  • Hybrids: 17 – 32°
  • Eisen: 17° (Eisen 1) – 44° (Eisen 9)
  • Wedges: 46° (Pitching Wedge) – 64° (starkes Lob Wedge)
  • Putter: minimaler Loft im niedrigen einstelligen Bereich, weil der Ball nicht fliegen, sondern rollen soll.


 Wie man gut erkennt, überschneiden bzw. überlagern sich die Loftbandbreiten der einzelnen Schlägerkategorien, sodaß man für viele Lofts zwischen zwei oder gar drei Kategorien wählen kann. Auch bei der Auswahl des Lofts innerhalb der Kategorien spielt die individuelle Schwunggeschwindigkeit des Golfers die entscheidende Rolle.


 Zu jeder Schwunggeschwindigkeit gibt es innerhalb jeder Schlägerkategorie eine Loftgrenze, die nicht unterschritten werden sollte. Denn jeder Ball muß, um weit zu fliegen, zunächst einmal Höhe gewinnen. Für jeden beliebigen Loftwinkel gilt: Je höher die Schlägerkopfgeschwindigkeit, mit der der Ball getroffen wird, desto höher und weiter fliegt der Ball. Wenn Sie z. B. mit einem Eisen 9 (ca. 44° Loft) einen halben Schwung machen, fliegt der Ball vielleicht 60 Meter. Mit einem leichten Viertelschwung fliegt er nur 30 Meter weit und weniger hoch, mit einem vollen Schwung dagegen 100 Meter und viel höher. Ein voll geschwungenes Eisen 9 läßt den Ball höher und weiter fliegen, als ein mit halber Kraft geschwungenes Eisen 7.


 Dies zu verstehen ist außerordentlich wichtig, denn es wird viel Frustration ersparen, weil der Golfer mit diesem Verständnis seine individuellen Loftgrenzen innerhalb der Schlägerkategorien ermitteln kann.


 Der durchschnittlich schnell schwingende Golfer wird mit einem 8°-Driver weniger weit schlagen als mit einem 11°-Driver, weil er einfach nicht die Schwunggeschwindigkeit erreicht, die vonnöten ist, um den Ball mit 8° genügend hoch (und damit auch weit) zu schlagen. Aus demselben Grund wird er mit einem Fairwayholz 5 (ca. 18° Loft) vermutlich höher und weiter schlagen als mit 13° und mit einem Eisen 4 (ca. 25° Loft) höher und weiter als mit einem Eisen 2 (ca. 19°).


 Generell gilt: je niedriger der Loft, desto länger der Schaft; der eines Holzes 5 ist also länger als der eines Holzes 7, und der eines Eisens 3 länger als der eines Eisens 4. Wichtig für die Schlägerauswahl ist außerdem folgendes zu wissen: die Schäfte von Hölzern sind länger als die von Eisen gleichen Lofts. Ein Holz 7 und ein Eisen 3 haben zwar jeweils ca. 21° Loft, der Schaft und damit der Schwungradius des Holzes ist jedoch ca. zwei Zoll länger. Deshalb erreicht das Holz 7 eine höhere Schlägerkopfgeschwindigkeit und läßt den Ball damit etwas weiter fliegen als ein gleich kräftig geschwungenes Eisen 3.
Daraus ergibt sich für den durchschnittlich schnell schwingenden Herren ein Golfschläger - Set, das typischerweise ideal wie folgt zusammengesetzt ist:


  •  11 oder 12° Driver
  • Fairwayhölzer 4 und 7 (16,5 und 21°)
  • Hybrids mit 23 und 26°
  • Eisen 5 – 9 (28 – 44°)
  •  3 Wedges (dazu mehr weiter unten) und natürlich
  •  der Putter


 Für die durchschnittlich schnell schwingende Dame könnte das ideale Golfschläger - Set folgendermaßen aussehen:


  •  15° Driver
  • Fairwayholz 5 und 9 (18 und 23° Loft)
  • Hybrids mit 26 und 29° Loft
  • Eisen 6 – 9 (32 – 44°)
  • Wedges
  • Putter


 Einsteiger kommen meist zunächst mit weniger Golfschlägern aus, z. B.: Eisen 6-9, zwei Wedges, Putter und für die größeren Distanzen zunächst nur ein Hybrid mit 23 oder 26°. Das Set kann dann sukzessive, entsprechend dem Lernfortschritt, komplettiert werden. Im folgenden gehen wir näher auf die einzelnen Schlägerkategorien ein und geben Ihnen Orientierungshilfen für die Auswahl von Marken und Modellen. Einen der ganz großen Hersteller von Golfschlägern lassen wir in unserem Online-Angebot auf seinen eigenen Wunsch aus: Ping. Dieser Hersteller hat ein komplexes System von zahlreiche Standards, sozusagen Maßkonfektion, das eine persönliche Beratung erfordert; rufen Sie uns dazu an oder besuchen Sie unser Ladengeschäft.

2. Driver


 Was ist bei der Wahl des Drivers zu beachten? Für den Anfänger ist die Frage leicht beantwortet: Er braucht idiese Art Golfschläger zunächst gar nicht, denn es ist ein eher schwierig zu handhabendes Werkzeug! Wenn Sie etwas weiter fortgeschritten sind, werden Sie natürlich nicht auf ihn verzichten wollen. Neben der oben behandelten Auswahl des Schaftes sollten Sie – beim Driver noch wichtiger, als bei allen anderen Schlägern - vor allem folgendes bedenken:


  


  •  Wählen Sie keinen zu steilen Loft! Viele Freizeitgolfer denken: Je steiler der Loft desto weiter fliegt der Ball. Um weit zu fliegen, muß der Ball jedoch zunächst einmal Höhe gewinnen, und das gelingt nur, wenn Sie einen Loft wählen, der zu Ihrer Schwunggeschwindigkeit paßt, siehe oben! Je geringer Ihre Schwunggeschwindigkeit ist, desto höher sollte der Loftwinkel sein. Nach der oben dargestellten Bestimmung des Schaftes kann man folgendermaßen näherungsweise den „richtigen“ Loft ermitteln: Wer einen „Ladies“-Schaft gewählt hat, wird beim Driver mit einem Loft von ca. 15° gut zurechtkommen. Zum Seniorschaft passen Driver mit 13°, zum Regular Flex ein Loft von 10,5 – 12°. Nur wer wirklich schnell schwingt und „stiff“ spielen kann, wird mit Lofts unter 10,5° glücklich werden. Selbst Tourspieler nutzen heute vielfach Lofts von über 10°. Deshalb sind einstellige Lofts beim Driver für kaum einen Amateurgolfer geeignet.


  •  Wählen Sie einen Driver mit großem Schlägerkopf! Bis zu 460 cm³ Schlägerkopfvolumen sind erlaubt, und für die große Mehrheit der Freizeitgolfer ist das auch sinnvoll. Denn so große Köpfe erlauben dem Schlägerkonstrukteur zweierlei: 1) eine große Schlagfläche mit großem „Sweetspot“ (der Teil der Schlagfläche, mit der der Ball getroffen werden sollte); 2) eine optimale Verteilung der Gewichte im opf, nämlich jeweils möglichst weit unten, hinten und außen. All dies dient der Vereinfachung des Spiels: Tiefliegende Gewichte sorgen dafür, daß der Ball schnell Höhe gewinnt (was Voraussetzung für Weite ist, s. o.), und der große Sweetspot sowie Gewichte seitlich und hinten lassen auch nicht mittig getroffene Bälle deutlich gerader und weiter fliegen als dies mit kleinen Schlägerköpfen möglich ist. Selbst Tour-Pros, für die Ballkontrolle wichtiger ist als die Fehlerverzeihung des Schlägers, verwenden deshalb zunehmend große Schlägerköpfe.
  • Für sehr langsam schwingende Golfer ist ein Driver mit Offset förderlich, d. h.: der Schlägerkopf ist etwas zurückgesetzt, sodaß die Schlagfläche nicht mit dem Schaft abschließt, sondern dahinterliegt. Das reduziert den Slice.


3. Fairwayhölzer

Fairwayhölzer sind Golfschläger, die für Abschläge verwendet, werden, für die der Driver zu lang oder zu unsicher wäre, und für große Distanzen auf dem Fairway, z. B. für den zweiten Schlag auf einem Par 5 oder langen Par 4. Außerdem ersetzen sie, da einfacher zu spielen, insbesondere bei langsamer schwingenden Golfern, häufig die langen Eisen. Ein Holz 7 ersetzt z. B. das Eisen 3, Holz 9 das Eisen 4. Die Schäfte der Hölzer sind etwas länger als diejenigen der Eisen mit demselben Loft. Deshalb erreicht man z. B. mit einem Holz 7 eine höhere Schwunggeschwindigkeit und dementsprechend längeren Ballflug als mit dem Eisen 3, das ebenfalls einen Loft von 21° aufweist.

Bei der Auswahl gilt weitgehend dasselbe, was oben zu Drivern gesagt wurde: wählen Sie keine zu steilen Lofts: Ein Holz 3 mit 15° Loft erfordert eine hohe Schwunggeschwindigkeit und ist für die große Mehrheit der Freizeitgolfer auf dem Fairway weniger geeignet. Diese werden mit einem Holz 5 (ca. 18°) oder 7 (ca. 21°) in der Regel zumindest kontrollierter und präziser, meistens auch weiter schlagen. Zusätzlich ist bei Fairwayhölzern zu beachten, daß die Schlagfläche breit und flach sein sollte. Hohe Schlagflächen ermöglichen dem sehr guten Golfer zwar eine bessere Kontrolle des Ballflugs, sind jedoch schwerer zu spielen.

4. Hybride
In den letzten Jahren erfreuen sich die sogenannten Hybrids, auch Utilities oder Rescues genannt, zunehmender Beliebtheit. Sie ersetzen die kürzeren Hölzer (7, 9, 11), vor allem aber die langen Eisen. Sie sind sozusagen ein Zwischending zwischen Holz und Eisen: Die Schlägerköpfe sind fast so groß wie die der Hölzer, die Schaftlängen entsprechen aber meist denen der Eisen gleichen Lofts. Hybrids sind deutlich einfacher zu spielen als die entsprechenden Eisen. Sie lassen die Bälle höher und weiter fliegen, erleichtern Schläge aus dem Semirough und finden sich deshalb heute auch schon in den Bags vieler Tour-Pros.



 Wie bei allen anderen Schlägerarten gilt auch für die Hybriden: Die Numerierung handhaben nicht alle Schlägerhersteller gleich: Ein Hybrid Nr. 3 hat z. B. bei TaylorMade 19°, bei Cleveland 22°. Achten Sie deshalb bitte jeweils auf die Angaben zum Loft in Grad. Wenn Sie beispielsweise ein Eisen 3.


  


5. Eisen

Die Schlagflächen sind groß und die Gewichte im Schlägerkopf sind weit unten, hinten und seitlich angeordnet, wie bei den Drivern und aus demselben Grund: Der Schläger soll Ihnen verzeihen, wenn Sie den Ball nicht ganz mittig treffen, und trotzdem weit und gerade fliegen. 

Die Sohlen sind auch bei den langen Eisen breit, um „fette“ Schläge zu vermeiden (das sind solche, die zuerst den Boden berühren und dann den Ball) und das Spiel aus dem Rough zu erleichtern. 

Die Schlagflächen haben Offset, d. h. sie sind etwa zurückgesetzt, um den Slice insbesondere bei den längeren Eisen zu vermeiden. 



  

Weiter fortgeschrittene Spieler mit höherer Schwunggeschwindigkeit verlangen dagegen nach Schlägern, bei denen nicht die Fehlerverzeihung, sondern Kontrolle, Gefühl und Rückkoppelung im Vordergrund stehen. Das wird erreicht durch kleinere Schlagflächen, gleichmäßigere Gewichtsverteilung im Schlägerkopf, die Verwendung von weicherem Spezialstahl oder andere Produktionsverfahren (schmieden statt gießen). Sehr gute Spieler mit einstelligem Handicap verwenden häufig sogenannte Blades oder Muscle Backs, deren Schlagköpfe schmale Sohlen und Toplines sowie kleine Schlagflächen und fast glatte Rückseiten aufweisen. Anbieter sind u. a. Taylor Made, Cobra, Cleveland, Mizuno, Nike, Bridgestone und vor allem Titleist. 

  

Zur Wahl des geeigneten Schaftes verweisen wir auf die obigen Ausführungen. Die Eisen eines klassischen Satzes haben beim Loft 4°-Sprünge bei den kurzen und 3°-Sprünge bei den langen Eisen: 

  • Pitching Wedge:  48° 
  • Eisen 9:  44° 
  • Eisen 8:  40° 
  • Eisen 7:  36° 
  • Eisen 6:  32° 
  • Eisen 5:  28° 
  • Eisen 4:  25° 
  • Eisen 3:  22° 
  • Eisen 2:  19° 
  • Eisen 1:  16° 

Diese Angaben gelten heute noch für die sehr sportlichen Eisen, z. B. Blades. Bei den Eisen für den „Durchschnittsgolfer“ sind die Hersteller in den letzten Jahren zu niedrigeren Lofts übergegangen, z. B. 40° für ein Eisen 9, 33° für ein Eisen 7, 25° für ein Eisen 5. Wenn Sie neue Schläger testen und z. B. mit einem aktuellen Eisen 5 weiter schlagen als mit Ihrem alten, kann das also im wesentlichen daran liegen, daß der Loft des neuen Schlägers einfach 3° niedriger ist als bei Ihrem alten. 

  

Wie viele Eisen benötigt man nun tatsächlich? Die Beantwortung dieser Frage hängt wieder einmal ab von Ihrer Schwunggeschwindigkeit. Je geringer diese ist, desto mehr lange Eisen sollten Sie durch Hybridschläger ersetzen. Selbst in den Bags der Pros finden sich heute das Eisen 1 überhaupt nicht mehr und das Eisen 2 nur noch selten, weil zu schwer zu spielen; für den Freizeitgolfer sind diese Eisen deshalb erst recht bedeutungslos. Das Eisen 3 sollte nur im Bag haben, wer es konstant mindestens180 Meter Carry schlägt, für die Eisen 4 und 5 sind die Mindestlängen 160 und 140. Wer diese Längen nicht erreicht, ist i. d. R. mit entsprechenden Hybriden besser bedient. Wir verkaufen deshalb heute die meisten Herrensätze ab Eisen 5 und die Damensätze ab Eisen 6, die dann durch Hybridschläger ergänzt werden. 

  

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6. Wedges

So heißen die ganz „kurzen“ Eisen mit Lofts von ca. 48° aufwärts, die für das kurze Spiel verwendet werden, hauptsächlich also für Schläge auf das Grün aus geringer Distanz. Weitest verbreitet sind das Pitching Wedge (PW), immer als kürzestes Eisen in einem Satz bereits enthalten, und das Sandwedge (SW), geeignet für Bunkerschläge auf das Grün oder Schläge aus hohem Rough; viele Eisensätze umfassen auch schon das Sandwedge. 

Daneben gibt es vor allem das Gap Wedge, das mit ca. 52° die relativ große Lücke zwischen SW (ca. 56°) und PW (ca. 48°) schließt, und das Lobwedge mit ca. 60°, mit dem aus kurzer Distanz hohe Hindernisse überspielt werden können. Je höher der Loft, desto kürzer die Schlagweite, desto steiler der Abflugwinkel und desto höher der Ballflug. Neben dem Loft spielt bei Wedges der Bounce-Winkel eine zentrale Rolle. Er mißt den Winkel zwischen Schlägersohle und Boden. Ein niedriger Bounce ist geeignet für Schläge vom Fairway, ein hoher Bounce für Schläge auf weichem Untergrund (Sand, Rough). Gute Spieler schlagen ein Wedge mit vollem Schwung so, daß der Ball beim Auftreffen auf dem Grün kaum mehr rollt; sie benötigen beim Schlag auf das Grün jeweils den Schläger, der exakt zur Distanz und zum Schwung paßt und haben deshalb i. d. R. drei, häufig sogar vier Wedges im Bag. Alle großen Hersteller haben eine für den Freizeitgolfer ausreichend große Auswahl an Wedges im Programm. Die größte Vielfalt an Wedges mit hoher Zahl an Kombinationen von Loft und Bounce bieten Cleveland und die Marke Vokey von Titleist. 

  

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7. Putter


Zuletzt kommen wir zum wichtigsten Schläger überhaupt, dem Putter. Warum ist er der wichtigste? Weil ca. 40 % aller Schläge mit ihm erfolgen, und zwar über alle Spielstärken hinweg, vom Tour Pro bis zum Einsteiger! Dennoch wird ihm, insbesondere bei männlichen Amateurgolfern, häufig weit weniger Beachtung zuteil als dem Driver. Pros dagegen widmen dem Putter und dem Putten allergrößte Aufmerksamkeit, denn er ist einfach spielentscheidend. Von Bernhard Langer heißt es, er habe 40 Putter. Wir Freizeitgolfer benötigen sicher ein paar weniger, aber der ambitionierte Amateur sollte durchaus nicht nur einen im Bag haben, sondern auch an anderen Orten, wo problemlos geübt werden kann. Eine Weisheit erfolgreicher Hobbygolfer lautet: Ein Putter steht in der Ecke eines jeden Raumes, der einen ordentlichen Teppichboden hat; auf dem Flur, im Eßzimmer, im Büro. Überall dort kann man zwischendurch ein bißchen üben. 

  

Und bei keinem anderen Schlag wird das Üben so belohnt wie beim Putt. Der Putt ist nicht nur der häufigste, sondern (neben dem Chip) auch der einzige Schlag, bei dem der Amateur die Chance hat, sehr nah an den Pro heranzukommen. Bei Schlägen auf das und auf dem Fairway spielen körperliche Fitneß, Beweglichkeit und auch Kraft eine mitentscheidende Rolle. Um einen Ball 190 Meter (Carry) weit zu schlagen, benötigt ein fortgeschrittener kräftiger Amateur vielleicht ein Holz 5, viele Freizeitgolfer schaffen das mit dem Driver kaum. Für Ernie Els ist es das wesentlich besser kontrollierbare und präzisere Eisen 4. Beim Putt dagegen setzt die Physis dem Freizeitgolfer keine Grenzen; es geht allein um – trainierbare – Geschicklichkeit und Routine. Für die Auswahl des Putters kann man, anders als bei den übrigen Schlägern, kaum generelle von der Spielstärke abhängige Entscheidungshilfen geben. Alles sollten und können Sie nur durch ausgiebiges Probieren herausfinden: Benötigen Sie auf dem Schlägerkopf in der Aufsicht eine Markierung für die Schlagrichtung? Liegen Ihnen die Mallet-Form, das traditionelle Blade oder eine der vielfältigen großvolumigen Schlägerkopfformen wie „2 ball“ oder gar „3 ball“? Möchten Sie ein Offset, wenn ja, in Form eines entsprechend gebogenen Schaftes oder eines Knicks im Hosel (L-Neck)? Sollte es ein gerader Schaft ohne Offset sein, und soll er an der Ferse (heel-shafted) oder in der Mitte (center-shafted) des Schlägerkopfes montiert sein? Benötigen Sie 33, 34, 35 oder gar 36 Zoll Schaftlänge, oder möchten Sie statt des konventionell geschwungenen Putters lieber einen ganz langschaftigen, wie ihn neben Bernhard Langer jetzt auch Marcel Siem verwendet? Auf all diese Fragen gibt es keine allgemein gültigen Antworten, Sie müssen einfach probieren! Das vielfältigste Angebot an Puttern und seit Jahren die größte Verbreitung bei Tour Pros haben die Marken Odyssey (Callaway-Gruppe) und Scotty Cameron (Titleist, Acushnet-Gruppe). In den letzten zwei Jahren hat der Putterspezialist Yes insbesondere auf der US-Tour Furore gemacht und nimmt dort mittlerweile Platz 3 ein, knapp hinter Scotty Cameron. Ähnlich wie Sonartec bei Fairwayhölzern und Hybrids ist Yes bei Puttern für viele Pros erste Wahl, ohne daß sie für die Verwendung dieser Schläger bezahlt werden: Yes hat keine Vertragsspieler auf der Tour, sondern nur von der Qualität überzeugte Nutzer!

  

8. Schlußbemerkung

 


Lassen Sie sich bei der Auswahl Ihrer Schläger Zeit. Fehler bei der Schlägerauswahl verschlechtern Ihren Score und damit Ihre Laune auf der Runde, füllen unnötig Ihren Golfkeller oder Garage, sind teuer und deshalb einfach nur ärgerlich. Sehen Sie sich deshalb in Ruhe um, probieren Sie, lassen Sie sich kompetent beraten, und kaufen Sie nicht mehr Schläger, als Sie eigentlich brauchen, dafür aber Qualität. Auch als Anfänger und Golfer mit begrenztem Budget brauchen Sie nicht auf Qualität zu verzichten; wir haben immer Auslaufmodelle und Sonderposten, also hochwertige Markenschläger zu sehr günstigen Preisen. 

  

Wir denken, daß Sie nach Lektüre dieser Erläuterungen recht gute Voraussetzungen für eine vernünftige Schlägerauswahl haben. Aber selbstverständlich stehen wir Ihnen für weitere Beratung jederzeit gern zur Verfügung. Kommen Sie in unser Geschäft oder rufen Sie uns an.